Achtsamkeit
Achtsamkeit
Braucht es wirklich einen Namen
für diese kleinen Momente der inneren Einkehr?
Des Sich-fallen-Lassens in das Gegebene,
oder – mit etwas Glück – in die Geborgenheit des Vollkommenden?
Zugegeben: Als Headline wäre dieser Anfang zu lang.
Und als Buchtitel, den das Cover vielleicht suggeriert, erst recht.
Achtsamkeit.
Dreimal klopfen, um das Wort zu zerlegen.
Um es sich einzuprägen.
Und später dann: gedanklich sofort drauf geklickt,
dieses Wort, das uns mal mahnt und mal beruhigt
– je nach Verlauf des Tages.
Bei mir ist es so:
Ich häufe Achtsamkeit an wie andere Schuhe.
Stapel sie zu einem Berg, der mir oft über den Kopf wächst.
Einen Berg, den ich gar nicht besteigen möchte –
ich meide ihn lieber.
Wahrscheinlich fahre ich deshalb lieber ans Meer.
Da gibt es keine Berge, weder aus Felsen noch aus Überforderung.
Keine tausend Ratgeber, die immer dasselbe sagen,
die uns angeblich Achtsamkeit beibringen wollen,
als wäre sie nicht längst überall.
Manchmal frage ich mich:
Was wäre, wenn es etwas gäbe, das Achtsamkeit vermindert?