Bestseller

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Guten Morgen, meine Lieben,

seit ein paar Tagen überlege ich, was ich in den nächsten Newsletter schreiben könnte. Nicht, weil ich nichts zu erzählen hätte – eher das Gegenteil. Es ist einfach zu viel passiert.

Heute Morgen bin ich wie so oft in mein virtuelles Bücherzimmer bei Amazon gegangen. Dort fiel mir auf dem ersten Band meiner Reihe I Don't Read Poetry ein kleiner Zipfel ins Auge. „Bestseller“ stand darauf.

Schön, dachte ich. Das ist das Buch, das ich bewusst günstig angeboten habe, damit möglichst viele Menschen es entdecken. Dass es mein meistverkauftes Buch ist, überrascht mich deshalb nicht. Wer möchte schon fünf Euro für ein Buch ausgeben? Wobei ein Taschenbuch im Buchhandel inzwischen meist zwischen zwölf und fünfzehn Euro kostet. Aber gut.

Aus Neugier habe ich auf „Bestseller“ geklickt.

Und dann musste ich zweimal hinschauen.

Platz 1 in der Kategorie englischsprachige Poesie.

Der zweite Platz wird seit Jahren von einem Buch mit über 61.000 Bewertungen belegt. Also nur knapp mehr als ich. Vielen Dank an Annette für ihre Rezension.

Auf Platz drei: Edgar Allan Poe.

Ich mag Poe wirklich sehr. Deshalb musste ich schmunzeln. Vielleicht ist sein Marketing inzwischen einfach nicht mehr auf dem neuesten Stand.

Oder steckt etwas anderes dahinter? Vielleicht greifen wir einfach lieber zu bekannten Namen, obwohl es längst viele neue Stimmen gibt.

Wie auch immer.

Abgesehen von einem Zehn-Kilometer-Lauf in Gelsenkirchen, bei dem ich einmal Neunter geworden bin, war ich noch nie so nah an einer Weltspitze. Damals hat das außer mir allerdings niemand bemerkt. Ich fürchte, diesmal ist es ähnlich – mit Ausnahme von euch und ein paar Menschen auf Instagram.

Während ich diese Zeilen schreibe, bin ich übrigens schon wieder auf Platz vier. Amazon aktualisiert seine Ranglisten ständig. Umso glücklicher bin ich, dass ich den ersten Platz überhaupt gesehen habe.

Viel wichtiger als die Platzierung selbst ist ohnehin etwas anderes:

Der Algorithmus hat mein Buch gefunden.

Noch vor wenigen Wochen hätte es vermutlich mehr gebracht, mein Buch nicht I Don't Read Poetry, sondern Bestseller Poetry Collection English Poems oder ähnlich zu nennen. Einfach möglichst viele Suchbegriffe hintereinander. Genau so haben viele Bücher funktioniert – oft schnell mit KI erstellt und inhaltlich, sagen wir es höflich, ziemlich dürftig.

Ich glaube allerdings nicht, dass Amazon das aus literarischen Gründen geändert hat. Wahrscheinlich eher, weil sich die Beschwerden und Rückgaben gehäuft haben. Inzwischen scheint der Algorithmus stärker darauf zu achten, welche Bücher echten Inhalt bieten und von den Leserinnen und Lesern auch entsprechend angenommen werden.

Das macht mir Hoffnung.

Eine Sache habe ich in den letzten Tagen selbst erst gelernt. Man muss ein Buch bei Amazon gar nicht gekauft haben, um es dort bewerten oder rezensieren zu können. Das war mir neu. Falls ihr also eines meiner Bücher kennt – sei es über Instagram, den Blog oder weil ihr es auf einem anderen Weg gelesen habt –, freue ich mich natürlich über eine ehrliche Rezension. Und wenn euch dafür die Zeit fehlt: Ein paar Sterne gehen noch schneller. 😉

Wenn euch meine Bücher gefallen, freue ich mich natürlich über jeden Kauf. Gerade für unabhängige Autorinnen und Autoren können Käufe und Rezensionen einen echten Unterschied machen.

Danke, dass ihr mich auf diesem Weg begleitet.

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