April Knox - Who the fu.. is A.

Fertige Fassung
Hallo, meine Lieben,
April Knox – das bin ich.
Bevor ich euch erzähle, wie es dazu gekommen ist und warum ich diesen Weg eingeschlagen habe, möchte ich zunächst meine beiden Bücher vorstellen. Beide sind bereits bei Amazon erhältlich: als E-Book für 2,99 Euro und als Taschenbuch für 11,99 Euro. Aber warum verschleudere ich meine Bücher für so wenig Geld? Bevor ich darauf antworte, möchte ich euch eine Frage stellen. Wie beim letzten Mal kommt die Auflösung erst später:
Was glaubt ihr, wie viel eine Autorin oder ein Autor von einem Verlag pro verkauftem Buch erhält?
Nehmen wir als Beispiel ein Taschenbuch, das im Handel 15,99 Euro kostet. Wie viel davon landet wohl tatsächlich bei der Person, die das Buch geschrieben hat?Denkt kurz darüber nach. Wir kommen später darauf zurück.
Zurück zu April – und zum Anfang
Vor ziemlich genau einem Jahr begann ich zu schreiben. Zuerst waren es kleine Texte, kurz darauf mein erster Roman. Nur zwei Monate später folgte bereits der zweite. Aus Langeweile und weil ich fest davon überzeugt war, dass ich es eigentlich gar nicht konnte, begann ich irgendwann auch, Gedichte zu schreiben und Lyrik zu lesen. Besonders gern Sylvia Plath. Diese Texte waren zunächst nur für mich bestimmt. Ab und zu lud ich ein Gedicht bei Instagram hoch, mehr nicht. Bis vor ungefähr zwei Wochen schrieb ich ausschließlich das, worauf ich gerade Lust hatte. Ich dachte nicht darüber nach, wie ich meine Bücher verkaufen könnte oder was auf dem Markt besonders gut funktioniert. Auch wenn meine Romane und meine beiden Gedichtbände inzwischen bei Verlagen vorliegen, stand beim Schreiben nie zuerst der Verkauf im Vordergrund. Jeder Satz und jedes Wort, gerade bei den tiefgründigeren Gedichten, wurde gesetzt, geprüft, verschoben und manchmal regelrecht abgerungen. Passt das? Ist das gut genug? Kann das so bleiben? Die Liste dieser Zweifel wäre zu lang, um sie hier vollständig aufzuzählen.
Kurz gesagt: Diese Texte sind zu hundert Prozent Andreas.
April Knox funktioniert anders
April Knox hat Marktforschung betrieben. Sie hat sich angesehen, welche Bücher sich gut verkaufen, welche Genres stark nachgefragt werden und welche Geschichten überhaupt eine Chance haben, von Leserinnen und Lesern entdeckt zu werden. Dabei stolpert man schnell über Begriffe wie Cozy Mystery, Cozy Crime, Romance, Dark Romance und viele andere. Die Liste ist beinahe endlos. Und ohne jemandem zu nahe treten zu wollen: Die meistverkauften Bücher sind nicht unbedingt tiefgründige Prosa oder Lyrik. Viele Cozy-Leserinnen lesen ein oder sogar zwei Bücher pro Woche. Sie suchen nicht zwingend nach schwer zugänglichen Texten, die man nach jedem Absatz erst einmal zur Seite legen muss. Sie möchten nach einem anstrengenden Arbeitstag in eine vertraute Welt zurückkehren. An einen Ort, den sie bereits kennen. Zu wiederkehrenden Figuren, Familien und Schauplätzen – nur mit einer neuen Geschichte. Ganz besonders aber lieben sie deshalb auch Serien.
Und weil mir die Gleichberechtigung des Mannes schon immer sehr am Herzen lag, habe ich natürlich auch eine Nische für den bislang sträflich vernachlässigten männlichen Leser gesucht.
Ich fand den Dark Western. Und glaubt mir: Er ist wirklich dark. Mein Höllenwestern ist inzwischen auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch erhältlich. Unter Berücksichtigung von Internetzugang, Amazon-Verfügbarkeit und ausreichenden Sprachkenntnissen ergibt sich dadurch ungefähr folgende theoretische Reichweite:
Kindle-E-Book: etwa 1,6 bis 1,9 Milliarden potenziell erreichbare Menschen. Das entspricht ungefähr 19 bis 23 Prozent der Weltbevölkerung.
Mit meiner Claire-Reihe habe ich langfristig das Gleiche vor. Dort dauert die Übersetzung allerdings etwas länger, weil die Bücher deutlich umfangreicher sind.
Was verdiene ich bei Amazon?
Erinnert ihr euch noch an die Frage vom Anfang? Wie viel bekommt ein Autor bei einem Verlag pro verkauftem Buch? Bevor ich sie auflöse, zeige ich euch, was bei meinen selbst veröffentlichten Büchern übrig bleibt.
Bei einem E-Book für 2,99 Euro erhalte ich ungefähr:
1,96 Euro Tantieme.
Bei einem Taschenbuch für 11,99 Euro bleiben ungefähr:
4,50 Euro pro verkauftem Exemplar.
Der genaue Betrag schwankt etwas, abhängig von Seitenzahl, Format und aktuellen Druckkosten.
Früher hätte ich selbst wahrscheinlich nicht zu einem Kindle-Buch für 2,99 Euro gegriffen. Mein Gedanke wäre gewesen: so billig – wahrscheinlich Ramsch. Heute weiß ich, dass ein niedriger Preis nichts über die Qualität eines Buches aussagen muss. Bei 2,99 Euro bleiben mir knapp zwei Euro pro Verkauf. Aber wenn 5.000 Menschen das Buch kaufen? Dann sind wir bei ungefähr 9.800 Euro Tantiemen. Gar nicht so übel. (Träum weiter Andy)
Jetzt zur Auflösung
Bei einem französischen Verlag liegt das übliche Autorenhonorar häufig bei ungefähr acht bis zehn Prozent des Nettoladenpreises. Bei einem Taschenbuchpreis von 15,99 Euro wären das ungefähr:
1,21 bis 1,52 Euro pro verkauftem Buch!
Bei einem deutschen Verlag wird für Taschenbücher häufig deutlich konservativer gerechnet. Nehmen wir als Beispiel ungefähr fünf Prozent des Nettoladenpreises.
Bei einem Verkaufspreis von 15,99 Euro wären das ungefähr:
75 Cent pro verkauftem Exemplar.
Ja, ihr habt richtig gelesen. Ein Taschenbuch kostet im Laden 15,99 Euro, und die Person, die es geschrieben hat, erhält davon möglicherweise weniger als einen Euro. Natürlich hat ein Verlag ebenfalls Kosten. Er bezahlt Lektorat, Korrektorat, Satz, Cover, Druck, Vertrieb, Lagerung, Marketing und weitere Leistungen. Mir ist bewusst, dass nicht der gesamte Verkaufspreis als Gewinn beim Verlag landet.
Trotzdem ist der Unterschied bemerkenswert.
Mit meinem E-Book für 2,99 Euro verdiene ich pro Verkauf beinahe das Dreifache dessen, was mir ein deutscher Verlag möglicherweise für ein Taschenbuch zahlen würde, das im Handel 15,99 Euro kostet. Beim selbst veröffentlichten Taschenbuch ist der Abstand noch größer.
Mein Fazit
Der günstige Preis bedeutet nicht, dass ich meine Bücher für wertlos halte. Im Gegenteil: Ich möchte, dass möglichst viele Menschen den Einstieg in meine Geschichten wagen können. Gleichzeitig verdiene ich durch das Selfpublishing pro verkauftem Exemplar deutlich mehr als bei vielen klassischen Verlagsmodellen. Dafür trage ich allerdings auch die gesamte Verantwortung selbst – vom Schreiben und Überarbeiten über Cover und Übersetzungen bis hin zu Veröffentlichung und Werbung.
April Knox ist also kein Zufall. April Knox ist ein Experiment!
Ein Versuch herauszufinden, was passiert, wenn man nicht nur schreibt, worauf man Lust hat, sondern Geschichten gezielt für einen Markt entwickelt und sie gleich in mehreren Sprachen veröffentlicht.
Ob das funktioniert?
Das werden wir gemeinsam herausfinden.
Bis zum nächsten Mal
euer Andreas